#nowreading Jonathan Safran Foer: Tiere essen

Category: Sachbuch

Werner Lorke: BUNKERbiotop

Posted on Juli 2nd, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Fotografie, Sachbuch, Zweiter Weltkrieg. No Comments

Morbide und faszinierend zugleich. Ein erstaunlich echter Blick unter die Oberfläche von Stuttgart.

Manchmal komme ich in den unverhofften Genuss, auf ein Buch zu stoßen, das im ordinären Lesealltag nie meinen Weg gekreuzt hätte. So auch BUNKERbiotop aus dem Programm des kleinen Stuttgarter Verlags edition esefeld & traub, das unverhofft seinen Weg in meinen Briefkasten fand.

Darin geht es um Schimmel, ja, das Auge täuscht nicht, Schimmel. Dieser außerordentliche Protagonist hat sich an einer noch ungewöhnlicheren Stelle breitgemacht: unter den Füßen der vielbeschäftigten Stuttgarter, die tagtäglich über den städtischen Marktplatz huschen. Längst vergessen, liegt dort ein “Un-Ort”, wie es in BUNKERbiotop so schön beschrieben wird. Ein Bunker, in dem außer dem Schimmel, nur Tod und Verderben haust. Also gut, das klingt nun wirklich dramatisch, wir lauschen schließlich gerade keiner John-Sinclair-Kassette. Und doch, so spannend ist es tatsächlich trotzdem. Obwohl alles dort unten fernab jeder Zeitrechnung zu existieren scheint, findet eine stetige Veränderung durch den Schimmel statt. Irgendetwas lebt da unten.

Zwei selbsternannte Abenteurer, Architekt und Physiker/Fotograf ihres Zeichens, haben sich in die Untiefen aufgemacht und buchstäblich Licht ins Dunkle gebracht. Der erzählerische Streifgang begleitet mit Makro- und Großaufnahmen, durchbrochen von gut aufbereiteten Fakten in zwei Sprachen. So erfährt man, dass der Bunker nicht nur als … Read More »


Rolf Dobelli: Die Kunst des klaren Denkens. 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen.

Posted on April 9th, by Frau Erdnussbutter in Allgemein, Deutsche Literatur, Psychologie, Rezension, Sachbuch. 2 comments

Altes und Neues, häppchenweise portioniert in 52 schlauen Kapiteln. Zum Immer-wieder-Lesen, sich selbst belächeln und ein Geschenk, mit dem man nichts falsch machen kann.

Über Denkfallen stolpern wir tagein, tagaus. Rolf Dobelli hat 52 typische Vertreter hiervon in einem Buch zusammengefasst, schön illustriert und bild- und beispielhaft beschrieben. Die Sprache ist knackig und prägnant, man weiß sofort, worauf Dobelli hinaus will und ertappt sich gelegentlich schon einmal dabei, wie man ihm beschämt recht gibt.

Wie das bei allen weisen Sachbüchern so ist, die voll guter Ratschläge sind, kann man sich auch hier nur einen Bruchteil merken. Doch eines macht dieses Buch ganz hervorragend: Es macht nachdenklich und schärft zumindest für eine Weile den Blick. Man fängt an, manche als intuitiv empfundene Handlung noch einmal zu überdenken – und siehe da, scheint etwas schlauer zu werden.

Über manche Denkfehler schüttelt man wiederum den Kopf, denkt sich, welch’ öde Plattitüde! Aber im Nachhinein steckt doch ein Wahrheitskern darin, das Buch kann nun einmal nichts dafür, dass es im ratgebertypischen Besserwissergewand daher kommt.

Was Dobellis Werk jedoch so sympathisch macht, ist, dass er zugibt, trotz der gesammelten Aufzeichnung der Denkfallen, selbst immer wieder hinenizutreten. Gerade durch die handliche Portionierung ideal für Bahnfahrten und Haltestellenwarterei. Kann ich mir … Read More »


Richard David Precht: Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Posted on November 10th, by Frau Erdnussbutter in Allgemein, Philosophie, Psychologie, Rezension, Sachbuch. No Comments

“Eine faszinierende Reise in die Welt der Philosophie”, so wird Prechts Buch allerorts angepriesen. Ich möchte das “faszinierend” durch “schnell” ersetzen und vor “Reise” ein fettes “Kurz” stellen.

Ich frage mich nur, was ist der Sinn solcher Werke? Es ist ja löblich, dass Precht versucht, die Philosophie, in Verbindung mit Erkenntnissen der Hirn- und Verhaltensforschung, jedem nahezubringen, doch was wird letztendlich damit erreicht? Vieles wird angesprochen, im Gröbsten angerissen und der fälschliche Eindruck erweckt, nach dieser Lektüre bestens bewandert auf allen Gebieten zu sein.

Was kann ich wissen, was soll ich tun und was darf ich hoffen? Mit diesen Fragen wird das Buch dreigeteilt. Systematisch geht Precht an das Sezieren der einzelnen Themen. Schnell, anschaulich und wortgewandt bringt er sie auf den Punkt. Was durch dieses rasante Verfahren verloren geht, ist der wichtigste Teil der Philosophie an sich: die gedankliche Auseinandersetzung und schließlich die Erkenntnis selbst.

Das Buch ist für mich daher ein nichtgelungener Spagat zwischen der Herausforderung, die großen Fragen des Lebens einem breiten Publikum verständlich zu machen und dem Anspruch auf Vollständigkeit.

Ich möchte trotzdem eine Lanze für den Autor brechen, weil er es versucht, es meiner Meinung nach aber schlichtweg nicht möglich ist. Hier stellt sich natürlich die Frage, warum dann … Read More »