#nowreading Jonathan Safran Foer: Tiere essen

Category: Psychologie

Matt Ruff: Ich und die anderen

Posted on April 23rd, by Frau Erdnussbutter in Amerikanische Literatur, Gegenwartsliteratur, Psychologie, Rezension. 1 Comment

Ein wahrhaft komplexes Thema in einer leicht wirkenden Verpackung. Einfach zu lesen, spannend bis zur letzten Seite, aber auch nervenaufreibend und zwischendurch erschreckend tragisch.

Nach dem Umblättern der Schlussseite musste ich erst einmal innehalten. Ich und die anderen ist kein Buch, das sich so einfach verdauen lässt. Es kommt in einer leichten, abgeklärten Sprache daher, ist klar verständlich, auch die komplexen Personengeflechte sind schnell begriffen – doch der gewichtige Inhalt beschäftigt gerade durch sein leichtfüßiges Auftreten.

Man kennt es von Filmen wie “Identität” oder “A beautiful mind”, dass die Geschichte von hinten aufgezogen wird: Mehrere Charaktere teilen sich die Bühne, am Ende wird jedoch klar, dass sie zu ein und derselben Person gehören. Doch hier ist es genau umgekehrt. Die ersten Seiten stellen sofort klar: Ich bin ein Multipler, so bin ich es geworden und so gehe ich mit meinen verschiedenen Persönlichkeiten um.

Trotzdem mangelt es nicht an Spannung. Denn Andy auf seinem Weg zu begleiten, nach und nach seine Geschichte zu erfahren und seine verschiedenen Persönlichkeiten kennenzulernen, ist, wie schon der Klappentext verrät “ein irrer Trip durch die menschliche Psyche”.

Andys Kindheit birgt so schreckliche Erlebnisse, dass sein Geist an den Rand des Wahnsinns getrieben wurde – ein Vorgang, den er mit dem … Read More »


Rolf Dobelli: Die Kunst des klaren Denkens. 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen.

Posted on April 9th, by Frau Erdnussbutter in Allgemein, Deutsche Literatur, Psychologie, Rezension, Sachbuch. 2 comments

Altes und Neues, häppchenweise portioniert in 52 schlauen Kapiteln. Zum Immer-wieder-Lesen, sich selbst belächeln und ein Geschenk, mit dem man nichts falsch machen kann.

Über Denkfallen stolpern wir tagein, tagaus. Rolf Dobelli hat 52 typische Vertreter hiervon in einem Buch zusammengefasst, schön illustriert und bild- und beispielhaft beschrieben. Die Sprache ist knackig und prägnant, man weiß sofort, worauf Dobelli hinaus will und ertappt sich gelegentlich schon einmal dabei, wie man ihm beschämt recht gibt.

Wie das bei allen weisen Sachbüchern so ist, die voll guter Ratschläge sind, kann man sich auch hier nur einen Bruchteil merken. Doch eines macht dieses Buch ganz hervorragend: Es macht nachdenklich und schärft zumindest für eine Weile den Blick. Man fängt an, manche als intuitiv empfundene Handlung noch einmal zu überdenken – und siehe da, scheint etwas schlauer zu werden.

Über manche Denkfehler schüttelt man wiederum den Kopf, denkt sich, welch’ öde Plattitüde! Aber im Nachhinein steckt doch ein Wahrheitskern darin, das Buch kann nun einmal nichts dafür, dass es im ratgebertypischen Besserwissergewand daher kommt.

Was Dobellis Werk jedoch so sympathisch macht, ist, dass er zugibt, trotz der gesammelten Aufzeichnung der Denkfallen, selbst immer wieder hinenizutreten. Gerade durch die handliche Portionierung ideal für Bahnfahrten und Haltestellenwarterei. Kann ich mir … Read More »


Richard David Precht: Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Posted on November 10th, by Frau Erdnussbutter in Allgemein, Philosophie, Psychologie, Rezension, Sachbuch. No Comments

“Eine faszinierende Reise in die Welt der Philosophie”, so wird Prechts Buch allerorts angepriesen. Ich möchte das “faszinierend” durch “schnell” ersetzen und vor “Reise” ein fettes “Kurz” stellen.

Ich frage mich nur, was ist der Sinn solcher Werke? Es ist ja löblich, dass Precht versucht, die Philosophie, in Verbindung mit Erkenntnissen der Hirn- und Verhaltensforschung, jedem nahezubringen, doch was wird letztendlich damit erreicht? Vieles wird angesprochen, im Gröbsten angerissen und der fälschliche Eindruck erweckt, nach dieser Lektüre bestens bewandert auf allen Gebieten zu sein.

Was kann ich wissen, was soll ich tun und was darf ich hoffen? Mit diesen Fragen wird das Buch dreigeteilt. Systematisch geht Precht an das Sezieren der einzelnen Themen. Schnell, anschaulich und wortgewandt bringt er sie auf den Punkt. Was durch dieses rasante Verfahren verloren geht, ist der wichtigste Teil der Philosophie an sich: die gedankliche Auseinandersetzung und schließlich die Erkenntnis selbst.

Das Buch ist für mich daher ein nichtgelungener Spagat zwischen der Herausforderung, die großen Fragen des Lebens einem breiten Publikum verständlich zu machen und dem Anspruch auf Vollständigkeit.

Ich möchte trotzdem eine Lanze für den Autor brechen, weil er es versucht, es meiner Meinung nach aber schlichtweg nicht möglich ist. Hier stellt sich natürlich die Frage, warum dann … Read More »