#nowreading Jonathan Safran Foer: Tiere essen

Category: Entwicklungsroman

Haruki Murakami: Kafka am Strand

Posted on September 15th, by Frau Erdnussbutter in Entwicklungsroman, Japanische Literatur, Lieblingsstücke, Rezension. 2 comments

Ein Bildungsroman, der losgelöst von Zeit und Ort, seinesgleichen in der Weltliteratur sucht. Die unfassbar schöne Suche des jungen Kafka Tamura nach sich selbst.

Endlich ist es soweit, auch ich habe endlich ein Murakami-Buch in die Hand genommen. Was habe ich schon alles Faszinierendes über diesen japanischen Wunderautor gehört und da ich japanischer Literatur, wie Banana Yoshimoto, nicht abgeneigt bin, war es also nur eine Frage der Zeit (und des Urlaubs).

Gleich zu Beginn der Lektüre hat mich Herr Murakami vor eine Aufgabe gestellt – nicht jede zweite Seite verzückt mit einem Eselsohr zu versehen. Denn, mein lieber Mann, diese Sätze sind gewaltig. Mit schierer Buchstabenkraft und eloquenter Poesie quellen sie aus jeder Seite hervor. Meine Skespsis, möglicherweise einem japanischen Konsalik aufzusitzen, legte sich sehr bald.

Er schreibt recht nüchtern, in schlichten Sätzen, und erst nach einiger Zeit geht einem auf, dass Haruki so die richtige Balance zwischen sphärischer Poesie und packender Erzählung findet. So schafft er es auch, dass ich zum ersten Mal nicht genervt bin von Beschreibungen der Essensaufnahme und -besorgung, nein, sie vielmehr als wichtigen Part der Erzählung betrachte. Mit solchen kleinen Kunstgriffen lässt Murakami die Geschichte zwischen den dichten … Read More »


Wolfgang Herrndorf: Tschick

Posted on September 4th, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Entwicklungsroman, Gegenwartsliteratur, Lieblingsstücke, Rezension. 2 comments

Ein universelles Buch, in das man hineintaucht und nie wieder von der Außenwelt gestört werden möchte. Treffend und genau inspiziert Herrndorf die dem Menschen eigene Komik und macht Lust auf noch mehr Tschick.

Der Klappentext überschlägt sich förmlich vor Lob, er wird sogar neben der “verdammten Blechtrommel” eingereiht. Kein Wunder also, dass die Erwartungen entsprechend hoch sind. Umso mehr erstaunt es jedoch, dass dieser kleine Spiegel-Bestseller allesamt weit übertrifft.

Witzig und charmant erzählt Herrndorf die Geschichte vom ungelenk-coolen Tschick und Maik, der nicht weiß wie er aus seiner eigenen Langweiligkeit ausbrechen soll. Mit Tschick hat er einen Charakter zum Leben erweckt, der noch viele Lesegenerationen nach uns seine Lebendigkeit verloren haben wird. Ein Poet im Russenkostüm und jüdischer Zigeuner zugleich, mit einer lässigen Galanz, die jeden Hipster in den Schatten stellt.

Sich selbst definiert er in aller Bescheidenheit. Wichtig für ihn ist nur, dass er aus der Walachei kommt und einen Opa ohne Zähne und fünf Zigaretten im Ohr hat. Kaum mehr weiß Maik von diesem neuen Klassenkameraden als dieser eines Tages mit einem geknackten Lada in der Hofeinfahrt auftaucht und ihn zu einem Trip durch Deutschland überredet. Und Maik lässt sich schneller auf dieses Angebot ein, als sein Vater die neue Sekretärin flachlegen kann.

Warum … Read More »


Jan Brandt: Gegen die Welt

Posted on Mai 21st, by Frau Erdnussbutter in Entwicklungsroman, Gegenwartsliteratur, Rezension. No Comments

Spannend, tief- und wahnsinnig. Vom Aufgeben und Weitermachen – die Abgründe des Menschen, vielschichtig seziert im beschaulichen Ostfriesland.

Da haben wir hier den Salat: Ein Buch, das mehr Zeit aufgesogen hat als erwartet und mich dabei galant fertig gemacht hat. Nein, das hatte nichts mit der Fülle der Seiten zwischen den Buchdeckeln zu tun (da bin ich schon mit ganz anderen Kalibern fertiggeworden, man mag es kaum glauben), vielmehr musste ich Sätze wiederlesen, zurückblättern, parallellesen. Ja, es war ein bisschen wie Sport machen. Ein kleiner Lesekampf (wer hält länger durch?), der es mir jetzt besonders schwer macht, die richtigen Worte dafür zu finden.

Einen Anfang könnte der besondere Satz machen:

“Was stimmt nich?”
“Alles. Die ganze Welt. Du, ich – alles falsch.”
“Aber manches fühlt sich doch richtig an, findest du nich?”

So geht es Daniel Kuper, einem ganz normalen Jugendlichen in einem ganz normalen deutschen Ort. Nun ist die Normalität kaum mehr als schöner Schein und damit beginnen schließlich die Probleme. Es geschehen seltsame Dinge um Daniel herum, die ihm aus Sicht seiner Mitmenschen den Schuldstempel auf die Stirn drücken. Doch Daniel weiß es nicht, er weiß nicht, woher der Kornkreis kommt, der über Nacht auftaucht, oder die seltsamen Zeichen an den Häuserwänden. … Read More »