#nowreading Jonathan Safran Foer: Tiere essen

Category: Liebesgeschichte

Haruki Murakami: Gefährliche Geliebte

Posted on März 2nd, by Frau Erdnussbutter in Drama, Gegenwartsliteratur, Japanische Literatur, Liebesgeschichte, Poesie. 2 comments

Eine lange Novelle, die auch heute noch Gegenwarts- oder sagen wir Zeitlosliteratur ist. Für alle, die in Murakamis Wurzeln schwelgen möchten.

Gefährliche Geliebte durfte ich glücklicherweise in einer der schönsten Gegenden unserer Erde lesen. In die Szenerie von Palmenrauschen, Sonnenuntergang und Meeresduft hat dieses leichte, galante Werk ein kleines besonderes Etwas gebracht.

Das ganze Buch ist wie eine lang währende Kurzgeschichte, ein schattenhafter Schemen im Leben des Protagonisten, der in eine entscheidende, bedeutungsvolle Wende mündet.
Hajime hat schon in frühen Jahren eine schicksalhafte Begegnung in Gestalt eines hinkenden Mädchens. Shimamoto wird seine Kindheitsfreundin mit der ihn ein schwer fassbares Band verbindet. Eine Freundschaft, die nach seinem Umzug an einer unbarmherzigen Entfernung zerbricht.
Hajimes Leben nimmt seinen eigenen Gang, vorbei an ersten Liebschaften über eine halbherzige Ehe hin zu einer erfolgreichen Selbständigkeit als Barbesitzer. Diesen Schauplatz, untermalt von Ellingtons Star-crossed Lovers betritt Shimamato, aufrecht gehend und wunderschön. Wie zu erwarten, gerät damit Hajimes Leben aus den Fugen.

Eine Handlung, die eigentlich keine besondere ist. Doch was das Buch zu etwas besonderem macht, ist nicht der Inhalt, sondern die Weise, wie er Form annimmt. Dabei schwelgt Murakami nicht unbedingt in einer unerträglichen Blumigkeit, sondern zelebriert vielmehr eine minimalistische Art der Beschreibung. Nur bestimmte Facetten fasst er in Worte, … Read More »


Miriam & Ezra Elia: Das Tagebuch von Edward dem Hamster, 1990 – 1990

Die ganze Dramatik von Shakespeare, große Liebe, herbe Enttäuschungen und existenzielle Philosophie… alles in einem kleinen Buch, das ich euch hiermit wärmstens ans Herz lege.

Heute möchte ich eine Rezension über dieses wunderbare Büchlein schreiben, das mir gestern in die Hände fiel und mehr als ein hervorragendes Betthupferl wurde. (Anm. d. Red.: Und das in der Geschenkeabteilung, wo doch jeder weiß, dass die Literatur hier auf dem Boden des Niveaus kratzt. Es geschehen noch Wunder.)

Edward ist eine tragische Persönlichkeit. Eine Tragik, die ihn weiß Gott wohin geführt hat. Übrig geblieben ist auf jeden Fall nur sein Tagebuch, in dem wir nun das Vergnügen haben, zu schmökern.

Edward ist ein großer Denker und wie es so bei diesen Ego-Philosophen ist, setzen ihm Gitterstäbe, ob real oder metaphorisch, arg zu. So philosophiert, leidet, dramatisiert, verleugnet und euphorisiert Edward munter in seinem kurzen Leben und auf diesen wenigen Seiten. Und es ist ein ganz herausragendes Vergnügen ihm dabei zu folgen.

Edward ist ein Hamster, aber kein gewöhnlicher.

Neben seinen Tagebucheinträgen verblasst jeder ambitionierte Twitter-Philosoph. Genau genommen ist Edward Shakespeare in Kurzform, perfekt verdichtet. Ich muss zugeben, dass es schon lange kein Buch mehr geschafft hat, mich in so kurzer Zeit zu Lachen, Schmunzeln und Beileidsbekundungen zu bringen.

Edward ist … Read More »


David Nicholls: Zwei an einem Tag

Posted on April 8th, by Frau Erdnussbutter in Gegenwartsliteratur, Liebesgeschichte, Rezension. 4 comments

Dexter und Emma sind füreinander bestimmt – und verpassen sich jahrelang immer wieder. Eine romantische, unterhaltsame Komödie. Nicht weniger, aber leider auch nicht mehr.

Da ist es nun, ich kann wohl doch nicht immer nur Lobeshymnen schreiben. Nachdem mir von Seite eines sehr ehrlichen Menschen mehr Provokation und Kantigkeit in die Rezensionswiege gewünscht wurde, übe ich mich nun in kritischer Betrachtung. Außerdem wird es fortan (fürderhin, künftig, finally) auch eine kleine Einleitung geben, die den besonders Eiligen verrät, was sie in den folgenden Zeilen so ungefähr erwartet.

 Passenderweise kommt nun ein Buch daher, das es mir tatsächlich nicht so angetan hat und mir die Exempelstatuierung erleichtert. Andererseits ärgert es mich aber auch, da die Ausleihende zu meinen absoluten Lieblingspersonen gehört. Ich hoffe, sie verzeiht mir das.

Zwei an einem Tag kennt man neuerdings nicht nur aus den Bestsellerregalen, sondern auch von der Kinoleinwand. Als “herrliche Liebesgeschichte” wurde “das schönste Buch des Jahres” mit Schmachtprinzessin Anne Hathaway und einem aufgehenden Star am Jungschauspielerfirmament als Gegenspieler verfilmt. Ein Grund, das Kino in kilometerweiten Kreisen zu umgehen.
Doch das Buch sollte tatsächlich um Längen besser sein, ein Argument, das bei mir eigentlich immer zieht, so berechenbar bin ich. Liebesgeschichten, vor allem sterbensdramatischer, todtrauriger und nabokovschmachtender Lektüre bin … Read More »