#nowreading Jonathan Safran Foer: Tiere essen

Category: Deutsche Literatur

Werner Lorke: BUNKERbiotop

Posted on Juli 2nd, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Fotografie, Sachbuch, Zweiter Weltkrieg. No Comments

Morbide und faszinierend zugleich. Ein erstaunlich echter Blick unter die Oberfläche von Stuttgart.

Manchmal komme ich in den unverhofften Genuss, auf ein Buch zu stoßen, das im ordinären Lesealltag nie meinen Weg gekreuzt hätte. So auch BUNKERbiotop aus dem Programm des kleinen Stuttgarter Verlags edition esefeld & traub, das unverhofft seinen Weg in meinen Briefkasten fand.

Darin geht es um Schimmel, ja, das Auge täuscht nicht, Schimmel. Dieser außerordentliche Protagonist hat sich an einer noch ungewöhnlicheren Stelle breitgemacht: unter den Füßen der vielbeschäftigten Stuttgarter, die tagtäglich über den städtischen Marktplatz huschen. Längst vergessen, liegt dort ein “Un-Ort”, wie es in BUNKERbiotop so schön beschrieben wird. Ein Bunker, in dem außer dem Schimmel, nur Tod und Verderben haust. Also gut, das klingt nun wirklich dramatisch, wir lauschen schließlich gerade keiner John-Sinclair-Kassette. Und doch, so spannend ist es tatsächlich trotzdem. Obwohl alles dort unten fernab jeder Zeitrechnung zu existieren scheint, findet eine stetige Veränderung durch den Schimmel statt. Irgendetwas lebt da unten.

Zwei selbsternannte Abenteurer, Architekt und Physiker/Fotograf ihres Zeichens, haben sich in die Untiefen aufgemacht und buchstäblich Licht ins Dunkle gebracht. Der erzählerische Streifgang begleitet mit Makro- und Großaufnahmen, durchbrochen von gut aufbereiteten Fakten in zwei Sprachen. So erfährt man, dass der Bunker nicht nur als … Read More »


Axel Brauns: Buntschatten und Fledermäuse

Posted on April 29th, by Frau Erdnussbutter in Biografie, Deutsche Literatur. 2 comments

Wolkenkrem und näpfchengute Wörter. Ein Buch voll Wortwunderlichkeiten über eine Welt, die in unserer liegt und ebenso gut Lichtjahre entfernt sein könnte.

In letzter Zeit bevölkerten meinen Nachttisch bevorzugt Bücher, die sich mit dem Menschen und seinem innersten Gewese auseinandersetzen. Mit psychischen Problemen, geistigen “Verrücktheiten” oder einfach anderen Wahrnehmungen der von uns als normal empfundenen Welt.

Manche davon werde ich rezensieren, manche nicht. Doch Axel Brauns Buntschatten und Fledermäuse ist eines der Bücher,  über die ich auf jeden Fall schreiben muss. Denn Axel bekleidet einen seltenen Rang. Er ist Autist und lässt uns an seiner Welt teilhaben – was per se fast nicht möglich scheint, denn Autisten zeichnet unter anderem aus, dass sie schwer darüber kommunizieren können, was in ihnen vorgeht. Doch Axel belehrt uns und seine Umgebung eines Besseren.

Seine Erzählung beginnt schon mit zwei Jahren, denn da “verloren die Menschen um ihn herum ihr Aussehen. Ihre Augen lösten sich in Luft auf. Nebel verschleierte ihre Gesichter. Die Stimmen verdunsteten. Meine Lippen ermüdeten. Kranke Wörter schleppten sich über meine Zunge. Die Silben verdorrten. Bald stammelte ich nur noch.”

Das Buch ist im Ganzen eine Aneinanderreihung von Erinnerungssplittern und in sich zusammenhängenden Szenen. Von seiner Kindheit bis zum Studium begleiten wir Axel auf seiner Reise durch ein ihm fremd bleibendes Universum.
Buntschatten und Fledermäuse sind … Read More »


Rolf Dobelli: Die Kunst des klaren Denkens. 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen.

Posted on April 9th, by Frau Erdnussbutter in Allgemein, Deutsche Literatur, Psychologie, Rezension, Sachbuch. 2 comments

Altes und Neues, häppchenweise portioniert in 52 schlauen Kapiteln. Zum Immer-wieder-Lesen, sich selbst belächeln und ein Geschenk, mit dem man nichts falsch machen kann.

Über Denkfallen stolpern wir tagein, tagaus. Rolf Dobelli hat 52 typische Vertreter hiervon in einem Buch zusammengefasst, schön illustriert und bild- und beispielhaft beschrieben. Die Sprache ist knackig und prägnant, man weiß sofort, worauf Dobelli hinaus will und ertappt sich gelegentlich schon einmal dabei, wie man ihm beschämt recht gibt.

Wie das bei allen weisen Sachbüchern so ist, die voll guter Ratschläge sind, kann man sich auch hier nur einen Bruchteil merken. Doch eines macht dieses Buch ganz hervorragend: Es macht nachdenklich und schärft zumindest für eine Weile den Blick. Man fängt an, manche als intuitiv empfundene Handlung noch einmal zu überdenken – und siehe da, scheint etwas schlauer zu werden.

Über manche Denkfehler schüttelt man wiederum den Kopf, denkt sich, welch’ öde Plattitüde! Aber im Nachhinein steckt doch ein Wahrheitskern darin, das Buch kann nun einmal nichts dafür, dass es im ratgebertypischen Besserwissergewand daher kommt.

Was Dobellis Werk jedoch so sympathisch macht, ist, dass er zugibt, trotz der gesammelten Aufzeichnung der Denkfallen, selbst immer wieder hinenizutreten. Gerade durch die handliche Portionierung ideal für Bahnfahrten und Haltestellenwarterei. Kann ich mir … Read More »


Sylvain Mazas: Dieses Buch sollte mir gestatten, den Nah-Ost-Konflikt zu lösen, mein Diplom zu kriegen und eine Frau zu finden.

Posted on März 9th, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Gegenwartsliteratur, Lieblingsstücke, Rezension. 6 comments

Sylvains Ziele passen auf einen Buchdeckel, genauer gesagt, auf den Titel seiner Diplomarbeit. Unfassbar charmant beschreibt er den Nah-Ost-Konflikt in einfachen Worten und klugen Illustrationen.

Beim Stöbern in dem grandiosen Sortiment von Cohen+Dobernigg kam meine Leidenschaft für schöne Buchgestaltungen wieder zutage. Komischerweise lag ich damit bisher nur einmal falsch. Hier lag also dieser kleine schwarzweiße Band in fester Pappe, schon fast handgemacht. Ich war sofort hin und weg.

Sylvain schreibt seine Diplomarbeit im und über den Libanon und den Nah-Ost-Konflikt. Entstanden ist dabei etwas ganz Besonderes. Ein Buch, das informiert, nachdenklich macht, dabei trotzdem regelrecht witzig ist und galant in eine uns fremde, doch plötzlich liebenswerte Kultur entführt.

Dabei beschreibt er wirklich alles, was ihm passiert: Interessante Begegnungen mit anderen Menschen flankieren die große Betrachtung des Nah-Ost-Konflikts, des Glück des Menschen und anderer Sinnsucherfragen.

Wenn man dieses einfache Buch in der Hand hält, fragt man sich: Warum werden woanders große Reden geschwungen, wenn es doch so einfach geht? Gezielt, mit sehr spitzer Feder regt Sylvain die Gedanken an. Ob mit Gedankendiagrammen oder einem Faltplan zum Glücklich sein.

Der besonders weise Satz
“Zum Thema Demokratie gibt es ganz viel zu sagen und bevor ich zu viel Quatsch erzähle, sollte ich erst Platon lesen.”

Es gibt so viele Menschen, die meinen, das beste Geschenk … Read More »


Kolja Bonke: Film Riss

Posted on Oktober 17th, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Gegenwartsliteratur, Rezension. No Comments

Zwischen Drogen und Selbsterkenntnis: Ein ernüchternder, selbstironischer Trip auf der allgegenwärtigen Suche nach dem eigentlichen Sinn. Unangenehm tiefe Einblicke treffen auf gnadenlos ehrliche Sätze.

Dies ist eine Premiere. Es ist zwar nicht das erste Mal, dass ich einen waschechten Autor über zwei Ecken kenne, doch definitiv ein Novum, dass mir die Lektüre auch gefällt. Eines gleich vorweg: Mit dem, was da auf mich zukam, habe ich nicht gerechnet.

Film Riss nimmt kein Blatt vor den Mund – und das hat es auch nicht nötig. Obwohl stellenweise ein lapidarer Witz den nächsten jagt, fügt es sich nur zu gut in das Gesamtbild des vom Leben ernüchterten Protagonisten ein.

In dreizehn, teils bittersüßen, teils bösen und immer absolut ehrlichen Kapiteln erzählt er von der absoluten Verbitterung bis hin zu einem einzigen Aufbäumen gegen die Belanglosigkeit des Lebens. Die Parallelen zu Fight Club, Crank und 39,90 sind für mich ziemlich offensichtlich. Und interessanterweise sprangen mir beim Lesen Stellen entgegen, die mich an Den Traumdetektiv von Michael Marshall Smith erinnerten, ein halbes Leben lang mein absolutes Lieblingsbuch.

Datingberater von Beruf, aber längst ohne Bezug mehr zu echten, menschlichen Beziehungen, so erwacht der Erzähler eines Tages aus dem titelgebenden Filmriss. Der Bewusstseinsnebel manifestiert sich bald zu der schlimmsten anzunehmenden Befürchtung: … Read More »


Axel Hacke: Der weiße Neger Wumbaba I – III

Posted on Oktober 6th, by Frau Erdnussbutter in Allgemein, Deutsche Literatur, Kolumne. No Comments

Klein, witzig und wumbaba. Alle Kolumnen von Axel Hacke zu den vielen Arten des Verhörens und Versprechens und noch ein paar mehr, gesammelt in einem Band.

Den weißen Neger Wumbaba werden einige von uns bereits kennen, andere schütteln vermutlich verständnislos den Kopf – doch seine Herkunft ist definitiv jedem bekannt. Die letzten Zeilen von “Der Mond ist aufgegangen” beherbergen

nicht nur weißen Nebel, sondern für manche Hörer auch den wundersamen weißen Neger Wumbaba.

So setzt es sich in einem fort, aus einer Kolumne wurden mehrere und noch viel mehr als die Leser begannen, ihre eigenen Verhörer einzuschicken. Das dreibändige Sammelsurium aller möglichen Hörkuriositäten gibt es auch ganz handlich-praktisch in einem Band.

Was ich ebenfalls ganz wunderbar finde, ist, dass Hacke über den Tellerrand der Liedverhörer hinausblickt. So deckt er auch etymologische Eigenheiten auf (die Hängematte kommt vom hawaiianischen hamaca und nicht etwa von hängen und Matte - tja, siehste mal).
So verhört man sich auch bei Alltagsfloskeln und aus “leichten Schauern” werden “Leichenschauern” und Angaben “ohne Gewähr” sind im Sinne aller Pazifisten “ohne Gewehr”. Es entstehen sagenhafte Gestalten, die selbst den Schwarzen Mann in den finstersten Schatten stellen. Schonmal vom “Kinder-Lehmann” gehört, der draußen allen unschuldigen Minderjährigen auflauert? Nennen wir das Kind beim Namen, also Polio … Read More »


Paul Bokowski: Hauptsache nichts mit Menschen

Posted on September 6th, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Gegenwartsliteratur, Rezension. No Comments

Die ganz gewöhnliche Berliner Woche eines polnischen Auswandererzöglings – portioniert in handlichen Glossen.

Paul Bokowski, der seinem früheren Ich niemals seinen Beruf erklären könnte (Lesebühnenautor und Vorleser), beglückt jetzt auch Selbstleser mit Geschichten aus seinem furiosen Alltag in der Hipsterhauptstadt.

Manche Witzelei ist aufgrund der Lokalität vielleicht nur Berlinern geläufig, trotzdem hat mich der gute Mann öfter zum Schmunzeln und ein paar Mal sogar zu herzhaftem Lachen gebracht.

Ob tiefsinnige Gespräche mit seiner Nachbarin Frau Brohm, der verzweifelte Versuch, seinen geliebten Wedding vor geiernden Hipstern zu bewahren, die danach trachten, dort Wellnessbäckereien und Yogazentren zu unterrichten – langweilig wird einem bei diesem Büchlein so schnell nicht (dazu ist es aber auch zu kurz).

Rhetorische Spitzfindigkeiten über Lärmbelästigung im Halbschlaf treffen auf die Eigenheiten der Ostblockerziehung (die auch ich erleiden durfte, daher: alle Sympathiepunkte für Sie, Herr Bokowski!).

Das ist bei polnischstämmigen Menschen wie mir so eine Art Pawlow´scher Reflex. Immer wenn man als Pole in eine lebensgefährliche Situation kommt, verspürt man den tiefen innerlichen Drang, sich erst mal frische Unterwäsche anzuziehen.

Gewiefte Verzögerungstaktiken von Abgabeterminen, Verwirrung über die Internetkompetenz der eigenen Eltern oder rhetorische Abschiedsbriefe und Nachrufe – der Mann gibt sich beim Glosseschreiben nicht lumpen. Auch gut: die empirische Auswertung des menschlichen Sexualverhaltens anhand von … Read More »


Wolfgang Herrndorf: Tschick

Posted on September 4th, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Entwicklungsroman, Gegenwartsliteratur, Lieblingsstücke, Rezension. 2 comments

Ein universelles Buch, in das man hineintaucht und nie wieder von der Außenwelt gestört werden möchte. Treffend und genau inspiziert Herrndorf die dem Menschen eigene Komik und macht Lust auf noch mehr Tschick.

Der Klappentext überschlägt sich förmlich vor Lob, er wird sogar neben der “verdammten Blechtrommel” eingereiht. Kein Wunder also, dass die Erwartungen entsprechend hoch sind. Umso mehr erstaunt es jedoch, dass dieser kleine Spiegel-Bestseller allesamt weit übertrifft.

Witzig und charmant erzählt Herrndorf die Geschichte vom ungelenk-coolen Tschick und Maik, der nicht weiß wie er aus seiner eigenen Langweiligkeit ausbrechen soll. Mit Tschick hat er einen Charakter zum Leben erweckt, der noch viele Lesegenerationen nach uns seine Lebendigkeit verloren haben wird. Ein Poet im Russenkostüm und jüdischer Zigeuner zugleich, mit einer lässigen Galanz, die jeden Hipster in den Schatten stellt.

Sich selbst definiert er in aller Bescheidenheit. Wichtig für ihn ist nur, dass er aus der Walachei kommt und einen Opa ohne Zähne und fünf Zigaretten im Ohr hat. Kaum mehr weiß Maik von diesem neuen Klassenkameraden als dieser eines Tages mit einem geknackten Lada in der Hofeinfahrt auftaucht und ihn zu einem Trip durch Deutschland überredet. Und Maik lässt sich schneller auf dieses Angebot ein, als sein Vater die neue Sekretärin flachlegen kann.

Warum … Read More »


Florian Meimberg: Auf die Länge kommt es an. TINY TALES

Posted on August 13th, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Gegenwartsliteratur, Kurzgeschichten, Rezension. No Comments

Tiny Tales sind besonders kurze Geschichten, die sich ihrem Medium anpassen -Twitter.  Deshalb: eine Rezension in 140 Zeichen.

Kurz gefasste, apokalyptische Ausmaße, ein teuflisch-böser Blick durchs Schlüsselloch. Schnell gelesen, laut gelacht. Fortsetzung erwünscht.

 

…und hier noch meine Lieblinge zum Anfixen:

Er hatte den See überquert. Zu Fuß. Das musste sich doch vermarkten lassen. Er trommelte seine 12 besten Freunde zusammen.

Er erwachte mit dem schlimmsten Kater seines Lebens. Wo war er? Warum trug er einen Anzug? Und: Wieso war sein Bett mit Samt ausgekleidet?

“NEUER PLANET ENTDECKT!” Die Pressekonferenz der NASA lief weltweit live, als die Putzfrau das Staubkorn von der Teleskoplinse wischte.

 

 


Bernhard Schlink: Das Wochenende

Posted on August 11th, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Novelle, Rezension. No Comments

Ein gnadenloser Blick in die Vergangenheit eines reulosen Terroristen. Leider keines von Schlinks Glanzstücken.

Was, wenn du ins Leben zurückehrst und noch vor dir hast, was für deine Freunde bereits in ferner Vergangenheit liegt? Jörg kehrt nach 20 Jahren Haft plötzlich in das normale Leben zurück, ganz so als sei nichts gewesen. Dabei ist doch so viel passiert, er hat Menschenleben auf dem Gewissen, alles im Namen eines höheren, hehren Ziels.

Jörg soll wieder in die Gesellschaft hineinfinden, zu diesem Zweck hat seine Schwester all seine Freunde für ein Wochenende auf dem Land versammelt. Doch die Rechnung geht nicht auf. Der Täter bereut nicht, seine Prinzipien sind nicht abgelaufen, während für seine Freunde das Leben längst weitergegangen ist. Es kommt wie es kommen muss, zu Konfrontationen und nicht zu einer heilsamen Reintegration.

In der neuen Gesellschaft ist es nicht tragbar, alten, dem Terror verschriebenen Idealen nachzuhängen, also haben sie den nächsten und die folgenden Schritte gewagt, haben ihr Leben gelebt. Nicht so Jörg, der im Gefängnis seine Ideale wie in einem Museum präserviert hat. Er kehrt zurück und nichts ist mehr, wie es einmal war, Glanz und Gloria des Rebellentums erblindet, das Gedankengut eingemottet, verstaubt und sorgsam vergessen. Für seine “Freunde” ist Jörg die … Read More »


Walter Moers: Rumo

Posted on August 7th, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Fantasy, Lieblingsstücke, Rezension. 2 comments

Wer hätte gedacht, dass eine der schönsten Liebesgeschichten aus der phantastischen Ecke kommt? Der Shakespeare des Fantasy, Walter Moers, bringt alles was dazugehört in seinen Zwei-Welten-Epos ein: Gnadenlose Brutalität, loyale Freunde und leichtsinnige Heldentaten. Natürlich alles im Zeichen der Liebe.

Wer Den Blaubär gelesen hat, kennt ihn schon, Rumo, den schweigsamen und gefährlichen Wolpertinger.  Jetzt erzählt Moers seine fabelhafte Geschichte. Wie sollte es anders sein, dieses zum Kampf geborene Wesen hat einen besonders weichen Kern und eine herzerweichende Kindheit. Der Bauernhof, aus dem ihn schon Blaubär auf spektakuläre Weise vor dem Erdrücken durch einen riesigen Bollogghintern errettete, ist der Anfangsschauplatz. Der putzige, kleine Wolpertinger meint erst allein zu sein, wird dann jedoch binnen kürzester Zeit mit den anderen Bauernhofbewohnern von Zyklopen in Säcke gestopft.

Brisantes Material um eine packende Geschichte zu beginnen und Moers lässt sich tatsächlich nicht lumpen. Denn auf den Teufelsfelsen begegnet Rumo Smeik, einem Vertreter der Haifischmaden – unfassbar seltsam anzuschauen, unendlich schlau und mit einer Menge krimineller Energie – der sofort das Potential des weißfelligen Kämpfers erkennt, ihn von den wandernden Teufelsfelsen zu retten. Immer wieder tauchen Smeik und seine Artverwandten in Moers Zamonienromanen auf und sie sind wie immer ein Garant für unvorhergesehene Ereignisse (mit nicht immer glücklichem … Read More »


Axel Hacke: Deutschlandalbum

Posted on Juli 16th, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Kolumne, Rezension. No Comments

Zwischen Ratlosigkeit und Erheiterung: eine kleine Rundreise durch Deutschlands charmante und seltsame Eigenheiten. Manche sprechen für mich aus der deutschen Seele, für einige bin ich aber wohl noch zu jung oder zu wenig verwurzelt.

Hier kommt mein Pflichtstück Nummer Eins, sage und schreibe, sieben Wochen nachdem ich es gelesen habe. Hätte ich euch jetzt auch verschweigen können.. aber ein bisschen Buße muss dann doch sein, ne.

Doch nun zu Axel Hacke, der mich über eine Buchschenkaktion erreicht hat, von dem ich schon einmal berichtet habe. Vergessen ist es nicht und es wartet auch noch ein buchmäßige Überraschung auf meine durchhaltenden Leser.

Mit Axel Hacke bin ich zuerst über die Süddeutsche Zeitung in Berührung gekommen, in der der freie Journalist wortgewandt und spitzfindig über Das Beste aus aller Welt berichtet und gelegentlich Das Streiflicht aufmischt. Doch da tauchte auf einmal dieses Buch auf und mir wurde bewusst, dass der werte Autor noch so einiges mehr in seinem Wortsetzkasten hat. Mit seinen Büchern hat er es ganz beispielhaft sogar schon in die japanischen Leseherzen geschafft. Eins ist klar: Der Mann hat Humor. Der weiße Neger Wumbaba ist der literarische Vorgänger von Agathe Bauer und stammt aus einer Liedzeile von Der Mond ist aufgegangen. Mehr verrate … Read More »