Shaun Usher: More Letters of Note

Kleine, schnell gelesene Auszeiten zwischen den Alltagsmomenten – in Briefform.

An den Erfolg der ersten Ausgabe schloss Shaun Usher ganz simpel mit einem zweiten Band an. Ich muss gestehen, den ersten gar nicht zu kennen. Aber das ist auch gut so – umso mehr gefällt mir die aktuelle Ausgabe. Shaun hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Tiefen unserer Welt und Gesellschaft zu erforschen und die unglaublichsten Konversationen auf geduldiges Papier zu bannen. Und hat dafür Briefe aus allen möglichen Zeiträumen, zwischen den unterschiedlichsten Persönlichkeiten und zu den ungewöhnlichsten Anlässen zusammen zu tragen.

Entstanden ist ein Sammelsurium, das erst einmal nicht mehr miteinander gemein hat als die Briefform. Ansonsten handelt es sich um völlig verschiedene Fragmente aus den verschiedenen Epochen unserer Zeiten. Von Liebesbriefen, über Konversationen mit virtuellen Figuren bis hin zu historischen Momenten. Ob Abraham Lincoln, Sylvia Plath, Aldous Huxley, der in guter, alter Dystopie-Manier an George Orwell schreibt, Marge Simpson, die sich mit Barbara Bush austauscht oder schließlich eine Korrespondenz zwischen dem ewigen Liebespaar Richard Burton und Liz Taylor – es ist ein stets Vergnügen.

Kein Problem ist zu klein oder zu trivial, wenn man tatsächlich etwas zu seiner Lösung beitragen kann.

Ein Buch, in dem für jeden etwas dabei sein sollte und das trotzdem keines dieser belanglosen Bücher auf dem Geschenkewühltisch ist.  Und dessen Geschichten in kürzester Form trotzdem die Kraft in sich tragen, tief zu berühren. Zum Beispiel der Brief einer Sophie Scholl, die sich unbeschwert über den Frühling freut, und nur eine Woche später wegen Hochverrats vom NS-Regime enthauptet wird. Wie man liest, ist einem dabei selbst überlassen. Kreuz und quer, linear, zwischen den Zeilen, zwischen anderen Büchern. Es ist ganz gleich, dieses Museum der Briefe besucht man immer wieder gern.

Ich bin auf professioneller Ebene nach wie vor verwirrt wie eh und je. 

 


 

Mehr, mehr, mehr

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