#nowreading Jonathan Safran Foer: Tiere essen

Tag: Jahr 1

George R.R. Martin: Der Sohn des Greifen (9)

Posted on Oktober 10th, by Frau Erdnussbutter in Amerikanische Literatur, Fantasy, Game of Thrones, Rezension. No Comments

Wieder nur ein Auftakt. Erzählstränge werden begonnen und Charaktere vermisst. Unentbehrlich, um weiter zu lesen, aber ansonsten eher mittelmäßig (auf der Martin-Skala).

Zu Rechtschreib- und Stilfragen sage ich erstmal nichts, das haben andere schon zur Genüge getan. Wichtiger ist mir bei diesem Band das Auseinanderklamüsern des Inhalts.

Einen interessanten Perspektivenwechsel vollführt die Geschichte gleich am Anfang, als Sams Erlebnisse nochmal aus Jons Sicht beschrieben werden. Ein kleiner Aha-Effekt, der typisch Martin ist. Das ganze Buch dreht sich diesmal stark um Charaktere, die mit ihren Entscheidungen ganz auf sich allein gestellt sind, dazu gehört auch Jon, der einsame Kommandant der Nachtwache. Nun kreuzt auch die “Rote Hexe” Melisandre seinen Weg und hoch oben im eisigen Norden prallen zum ersten Mal Eis und Feuer  aufeinander. Auch Davos tritt nach wie vor als Stannis grundloyaler Gefährte auf, die Geschichte entwickelt sich hier solide und ohne größere Höhepunkte. Anders bei Bran, bei dem zwar nicht besonders viel passiert, der aber endlich seiner Bestimmung näher kommt.

Tyrion befindet sich auf einer erstaunlich zielgerichteten Flucht, bei der einige interessante Charaktere seinen Weg kreuzen. Man wartet nur darauf, dass er endlich auf Daenerys trifft und die Geschichte, die in den Sklavenländern vor sich hinlümmelt endlich in Schwung bringt…

Dann ist da natürlich noch die Figur, die dem … Read More »


Axel Hacke: Der weiße Neger Wumbaba I – III

Posted on Oktober 6th, by Frau Erdnussbutter in Allgemein, Deutsche Literatur, Kolumne. No Comments

Klein, witzig und wumbaba. Alle Kolumnen von Axel Hacke zu den vielen Arten des Verhörens und Versprechens und noch ein paar mehr, gesammelt in einem Band.

Den weißen Neger Wumbaba werden einige von uns bereits kennen, andere schütteln vermutlich verständnislos den Kopf – doch seine Herkunft ist definitiv jedem bekannt. Die letzten Zeilen von “Der Mond ist aufgegangen” beherbergen

nicht nur weißen Nebel, sondern für manche Hörer auch den wundersamen weißen Neger Wumbaba.

So setzt es sich in einem fort, aus einer Kolumne wurden mehrere und noch viel mehr als die Leser begannen, ihre eigenen Verhörer einzuschicken. Das dreibändige Sammelsurium aller möglichen Hörkuriositäten gibt es auch ganz handlich-praktisch in einem Band.

Was ich ebenfalls ganz wunderbar finde, ist, dass Hacke über den Tellerrand der Liedverhörer hinausblickt. So deckt er auch etymologische Eigenheiten auf (die Hängematte kommt vom hawaiianischen hamaca und nicht etwa von hängen und Matte - tja, siehste mal).
So verhört man sich auch bei Alltagsfloskeln und aus “leichten Schauern” werden “Leichenschauern” und Angaben “ohne Gewähr” sind im Sinne aller Pazifisten “ohne Gewehr”. Es entstehen sagenhafte Gestalten, die selbst den Schwarzen Mann in den finstersten Schatten stellen. Schonmal vom “Kinder-Lehmann” gehört, der draußen allen unschuldigen Minderjährigen auflauert? Nennen wir das Kind beim Namen, also Polio … Read More »


Flann O’Brien: Auf Schwimmen-zwei-Vögel

Posted on Oktober 4th, by Frau Erdnussbutter in Fantasy, Irische Literatur, Rezension. No Comments

Ein Schachtelroman, der es gleich mehrmals in sich hat. Ganz bestimmt nicht leicht zu lesen oder gar zu verstehen. Typisch irisch und echt gut.

Interessant war schon die Suche nach dem Buch selbst. Nachdem mir ein Kollege  empfohlen hat, nach Pratchett, Adams und Fforde noch ein weiteres Buch in diese Reihe zu stellen, machte ich mich auf die Pirsch nach dem 1939 zuerst erschienenen Buch. Ja, wer jetzt aufhorcht hat recht, offenbar hat schon lang vor all den anderen ein Ire den Wortwitz gepachtet. Schon bei dem Titel war man sich nicht einig, erst in dann auf. Ja, Schwimmen-zwei-Vögel ist wohl eine Insel im Shannon. Aha.

Aber ein paar verständnislos schauende Buchfachverkäuferinnen später hielt ich tatsächlich einen eigenen und quasi neu aufgelegten Band in meinen Händen. Das ganze Buch strotzt nur so von der irischen Sichtweise des Lebens – zumindest so wie man sich diese als Außenstehender eben vorstellt – so auch der Umschlag. Der ist natürlich grün, “denn alle anderen Farben sind des Teufels”.

Ein befremdlicher Anfang breitete sich vor mich aus und ich verbrachte so einige Seiten damit, meinen Kopf auf diese für mich ganz neue Erzählart einzustellen. Plötzlich war da ein “Klick” und ich war mitten drin auf Schwimmen-zwei-Vögel.

O’Briens Alter Ego erliegt … Read More »


Jonas Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Posted on Oktober 2nd, by Frau Erdnussbutter in Abenteuer, Biografie, Generationenbuch, Lieblingsstücke, Rezension. 4 comments

Viele besondere Sätze, viele Lachtränen, viele unvergessliche Lesemomente. Endlich ein Schwede, der sein Buch zwar auch mit Toten spickt, aber dabei auch witzig bleibt. Man sieht es wieder: Die schönsten Geschichten schreibt das Leben selbst. Und Jonas Jonasson.

Als ich in diesem Buch die ersten Seiten las, war sofort klar: Das ist sie, meine zweiunfünfzigste Rezension und damit das Ende meines ersten Blogjahres. Schon vom ersten Satz an war ich verliebt. Verliebt in diesen charmanten und vor Leben sprühenden Hundertjährigen, verfallen der einfach-zauberhaften Sprache mit der Jonas Jonasson einen sofort einfängt.

Allan Karlsson steigt eines Tages in die Blumenrabatte und verschwindet, denn jetzt hat er wirklich genug. Da ist Schwester Alice, die mit harter Hand das Altenheim regiert und ihm wie allen Menschen, die einem guten Schnaps abgeneigt sind, nicht so recht geheuer ist. Außerdem will es mit dem Sterben auch nicht so recht klappen und schließlich war sein Leben so spannend, dass das gemächliche Verrotten an einem solchen Ort gar nicht erst in Frage kommt.

So macht sich unser Titelheld auf den Weg und das Abenteuer folgt diesem Glücksritter prompt auf den Fuß. Dabei spielen ein Koffer, randvoll mit 50 Millionen schwedischer Kronen, ein paar minderbemittelte schwedische Mafiosi, ein sympathischer Betrüger von jugendlichen … Read More »


Jasper Fforde: Im Brunnen der Manuskripte

Posted on September 20th, by Frau Erdnussbutter in Englische Literatur, Fantasy, Rezension. 2 comments

Wieder beginnt ein neues Thursday-Next-Abenteuer – erst beschaulich und plötzlich kann man sich vor Action kaum mehr retten. Für alle Literaturfans ein Hochgenuss.

Ich habe ein kleines Problem mit Jasper Fforde: Zu Beginn eines jeden Romans muss ich mich immer erst viele Seiten hineinlesen. Es dauert jedes Mal ein ganzes Weilchen bis ich wieder an der Seite von Thursday Next durch Zeit und Raum reite. Ein Symptom, das ich bei mir auch von Terry Pratchett kenne und das mich jedes Mal gewaltig ärgert – vielleicht sollte ich mal zum Arzt gehen?

Doch eins ist sicher, am Ende hat sich der Ritt immer gelohnt (das ist wohl auch der Grund, warum ich es einfach nicht lassen kann).

Was ich an Thursday Next besonders liebe, ist die absolute Vormachtstellung als belesener Leser. Wer weiß, wo der Hammer in der Welt der Literatur hängt, bekommt viel mehr mit bei den subtilen Wortspielen und zahlreichen Andeutungen. Leider wird einem auch manchmal nur zu deutlich, dass man gerade etwas verpasst – aber leider nicht genau weiß, was.

Bevor ich zu all den schönen Dingen komme, die dieses Werk ausmachen, muss ich leider noch das ein oder andere Negativum loswerden. Zum einen war ich etwas angenervt von der “springenden Übersetzung”, … Read More »


Haruki Murakami: Kafka am Strand

Posted on September 15th, by Frau Erdnussbutter in Entwicklungsroman, Japanische Literatur, Lieblingsstücke, Rezension. 2 comments

Ein Bildungsroman, der losgelöst von Zeit und Ort, seinesgleichen in der Weltliteratur sucht. Die unfassbar schöne Suche des jungen Kafka Tamura nach sich selbst.

Endlich ist es soweit, auch ich habe endlich ein Murakami-Buch in die Hand genommen. Was habe ich schon alles Faszinierendes über diesen japanischen Wunderautor gehört und da ich japanischer Literatur, wie Banana Yoshimoto, nicht abgeneigt bin, war es also nur eine Frage der Zeit (und des Urlaubs).

Gleich zu Beginn der Lektüre hat mich Herr Murakami vor eine Aufgabe gestellt – nicht jede zweite Seite verzückt mit einem Eselsohr zu versehen. Denn, mein lieber Mann, diese Sätze sind gewaltig. Mit schierer Buchstabenkraft und eloquenter Poesie quellen sie aus jeder Seite hervor. Meine Skespsis, möglicherweise einem japanischen Konsalik aufzusitzen, legte sich sehr bald.

Er schreibt recht nüchtern, in schlichten Sätzen, und erst nach einiger Zeit geht einem auf, dass Haruki so die richtige Balance zwischen sphärischer Poesie und packender Erzählung findet. So schafft er es auch, dass ich zum ersten Mal nicht genervt bin von Beschreibungen der Essensaufnahme und -besorgung, nein, sie vielmehr als wichtigen Part der Erzählung betrachte. Mit solchen kleinen Kunstgriffen lässt Murakami die Geschichte zwischen den dichten … Read More »


Paul Bokowski: Hauptsache nichts mit Menschen

Posted on September 6th, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Gegenwartsliteratur, Rezension. No Comments

Die ganz gewöhnliche Berliner Woche eines polnischen Auswandererzöglings – portioniert in handlichen Glossen.

Paul Bokowski, der seinem früheren Ich niemals seinen Beruf erklären könnte (Lesebühnenautor und Vorleser), beglückt jetzt auch Selbstleser mit Geschichten aus seinem furiosen Alltag in der Hipsterhauptstadt.

Manche Witzelei ist aufgrund der Lokalität vielleicht nur Berlinern geläufig, trotzdem hat mich der gute Mann öfter zum Schmunzeln und ein paar Mal sogar zu herzhaftem Lachen gebracht.

Ob tiefsinnige Gespräche mit seiner Nachbarin Frau Brohm, der verzweifelte Versuch, seinen geliebten Wedding vor geiernden Hipstern zu bewahren, die danach trachten, dort Wellnessbäckereien und Yogazentren zu unterrichten – langweilig wird einem bei diesem Büchlein so schnell nicht (dazu ist es aber auch zu kurz).

Rhetorische Spitzfindigkeiten über Lärmbelästigung im Halbschlaf treffen auf die Eigenheiten der Ostblockerziehung (die auch ich erleiden durfte, daher: alle Sympathiepunkte für Sie, Herr Bokowski!).

Das ist bei polnischstämmigen Menschen wie mir so eine Art Pawlow´scher Reflex. Immer wenn man als Pole in eine lebensgefährliche Situation kommt, verspürt man den tiefen innerlichen Drang, sich erst mal frische Unterwäsche anzuziehen.

Gewiefte Verzögerungstaktiken von Abgabeterminen, Verwirrung über die Internetkompetenz der eigenen Eltern oder rhetorische Abschiedsbriefe und Nachrufe – der Mann gibt sich beim Glosseschreiben nicht lumpen. Auch gut: die empirische Auswertung des menschlichen Sexualverhaltens anhand von … Read More »


Wolfgang Herrndorf: Tschick

Posted on September 4th, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Entwicklungsroman, Gegenwartsliteratur, Lieblingsstücke, Rezension. 2 comments

Ein universelles Buch, in das man hineintaucht und nie wieder von der Außenwelt gestört werden möchte. Treffend und genau inspiziert Herrndorf die dem Menschen eigene Komik und macht Lust auf noch mehr Tschick.

Der Klappentext überschlägt sich förmlich vor Lob, er wird sogar neben der “verdammten Blechtrommel” eingereiht. Kein Wunder also, dass die Erwartungen entsprechend hoch sind. Umso mehr erstaunt es jedoch, dass dieser kleine Spiegel-Bestseller allesamt weit übertrifft.

Witzig und charmant erzählt Herrndorf die Geschichte vom ungelenk-coolen Tschick und Maik, der nicht weiß wie er aus seiner eigenen Langweiligkeit ausbrechen soll. Mit Tschick hat er einen Charakter zum Leben erweckt, der noch viele Lesegenerationen nach uns seine Lebendigkeit verloren haben wird. Ein Poet im Russenkostüm und jüdischer Zigeuner zugleich, mit einer lässigen Galanz, die jeden Hipster in den Schatten stellt.

Sich selbst definiert er in aller Bescheidenheit. Wichtig für ihn ist nur, dass er aus der Walachei kommt und einen Opa ohne Zähne und fünf Zigaretten im Ohr hat. Kaum mehr weiß Maik von diesem neuen Klassenkameraden als dieser eines Tages mit einem geknackten Lada in der Hofeinfahrt auftaucht und ihn zu einem Trip durch Deutschland überredet. Und Maik lässt sich schneller auf dieses Angebot ein, als sein Vater die neue Sekretärin flachlegen kann.

Warum … Read More »


Carlos Ruiz Zafón: Der dunkle Wächter

Posted on August 20th, by Frau Erdnussbutter in Horror, Jugendbuch, Rezension. No Comments

Perfekte Strandlektüre, um sich ein bisschen zwischen sonnenölglänzenden Speckbäuchen zu gruseln.

Von meinem Bruder bekam ich den Zafón für Jugendliche in die Hand gedrückt. Eigentlich kenne ich den Großmeister der spanischen Fantasieliteratur bisher nur von seinen Barcelonabüchern, Der Schatten des Windes und Das Spiel des Engels.

Zafón gibt immer eine gute Empfehlung ab, seine Werke sind spannend und doch…einen Haken finde ich bei ihm immer. Seine in zauberhafte Schwülstigkeit abdriftende Sprache, die mystischen Verworrenheiten, die jedoch weit entfernt von einem gekonnten Bulgakov sind, die Spannungshöhen, die sich ins Unmögliche auftürmen, machen letztendlich nicht ganz zufrieden.

Zafón hinterlässt nichts Bleibendes bei mir und doch ist er schlichtweg gute Unterhaltung. Letztendlich hat er mit dem Friedhof der Vergessenen Bücher eine zauberhafte Idee in seine Bücher gewoben, die jeden Büchernarr ansprechen muss. So auch wieder in Der dunkle Wächter, in dem Bücher eine tragende Rolle spielen.

Irene ist die jugendliche Protagonistin, die sich die Lesebühne mit ihrem jüngeren Bruder und ihrer Mutter teilt. Es ist Sommer, unbeschwert und endlose Freiheit versprechend. Komisch, fangen nicht viele Jungendbücher mit den Sommerferien an (Harry Potter einmal ausgenommen)? Der Schulunterricht scheint wohl jede Abenteuerlust im Kern zu ersticken.

So auch die Szenerie: ein verwinkelter Landsitz im düsteren Moor und ein geheimnisvoller Spielzeugfabrikant, … Read More »


T.C. Boyle: Schluss mit cool

Posted on August 16th, by Frau Erdnussbutter in Amerikanische Literatur, Gegenwartsliteratur, Kurzgeschichten, Rezension. No Comments

Portionierte Freakshow mit Amerikas Eigenheiten und gesellschaftlichen Abgründen. 

Ich mag ihn einfach, diesen Thomas Coraghessan Boyle mit seinem seltsamen Namen, der wie die Faust aufs Auge passt. Er schreibt abgrundtief ehrlich, setzt gezielt seine Spitzen und belichtet die Wahrheit schonungslos über – ohne dabei pessimistisch zu sein.

Der besondere Satz:

Meine Hände fühlten sich groß und ungelenk an, als hätte man sie mir erst beim Hereinkommen an die Arme getackert, und das Sportjackett flatterte mit den Schößen und bohrte mir seine Klauen in den Nacken.

In “Schluss mit cool” reihen sich Kurzgeschichten auf, die mal bürgerliche Schicksale, mal düstere Zukunftsvisionen heraufbeschwören. Wie das bei solchen Sammlungen ist, gibt es auch hier Lieblinge und Pflichtlektüre.

In Torschlusspuder nimmt eine mitleidig-belächelten Schwärmerei mit kleinbürgerlichen Romantik-Attitüden plötzlich eine überraschende Wendung. In Nicht zimperlich verteilt sich die Dominanz in einer Beziehung plötzlich neu – und endet bitterböse. Guten Flug: Eine lästige Flugreise macht die Protagonistin für die berüchtigten 10 Minuten zur Überheldin, nach der Landung ist jedoch wieder alles wie zuvor, das Leben geht weiter.

Manchmal ahnt man das eigentlich überraschende Ende schon im Voraus, gerade weil sich dieser kleine Dreh zum Schluss als durchgehendes Stilmittel zeigt. Mit satirisch-bösen Stichen punktiert Boyle das Bild vom amerikanischen Gutbürger. Er zeigt, wie aus einem … Read More »


Florian Meimberg: Auf die Länge kommt es an. TINY TALES

Posted on August 13th, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Gegenwartsliteratur, Kurzgeschichten, Rezension. No Comments

Tiny Tales sind besonders kurze Geschichten, die sich ihrem Medium anpassen -Twitter.  Deshalb: eine Rezension in 140 Zeichen.

Kurz gefasste, apokalyptische Ausmaße, ein teuflisch-böser Blick durchs Schlüsselloch. Schnell gelesen, laut gelacht. Fortsetzung erwünscht.

 

…und hier noch meine Lieblinge zum Anfixen:

Er hatte den See überquert. Zu Fuß. Das musste sich doch vermarkten lassen. Er trommelte seine 12 besten Freunde zusammen.

Er erwachte mit dem schlimmsten Kater seines Lebens. Wo war er? Warum trug er einen Anzug? Und: Wieso war sein Bett mit Samt ausgekleidet?

“NEUER PLANET ENTDECKT!” Die Pressekonferenz der NASA lief weltweit live, als die Putzfrau das Staubkorn von der Teleskoplinse wischte.

 

 


Bernhard Schlink: Das Wochenende

Posted on August 11th, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Novelle, Rezension. No Comments

Ein gnadenloser Blick in die Vergangenheit eines reulosen Terroristen. Leider keines von Schlinks Glanzstücken.

Was, wenn du ins Leben zurückehrst und noch vor dir hast, was für deine Freunde bereits in ferner Vergangenheit liegt? Jörg kehrt nach 20 Jahren Haft plötzlich in das normale Leben zurück, ganz so als sei nichts gewesen. Dabei ist doch so viel passiert, er hat Menschenleben auf dem Gewissen, alles im Namen eines höheren, hehren Ziels.

Jörg soll wieder in die Gesellschaft hineinfinden, zu diesem Zweck hat seine Schwester all seine Freunde für ein Wochenende auf dem Land versammelt. Doch die Rechnung geht nicht auf. Der Täter bereut nicht, seine Prinzipien sind nicht abgelaufen, während für seine Freunde das Leben längst weitergegangen ist. Es kommt wie es kommen muss, zu Konfrontationen und nicht zu einer heilsamen Reintegration.

In der neuen Gesellschaft ist es nicht tragbar, alten, dem Terror verschriebenen Idealen nachzuhängen, also haben sie den nächsten und die folgenden Schritte gewagt, haben ihr Leben gelebt. Nicht so Jörg, der im Gefängnis seine Ideale wie in einem Museum präserviert hat. Er kehrt zurück und nichts ist mehr, wie es einmal war, Glanz und Gloria des Rebellentums erblindet, das Gedankengut eingemottet, verstaubt und sorgsam vergessen. Für seine “Freunde” ist Jörg die … Read More »