#nowreading Jonathan Safran Foer: Tiere essen

Tag: Jahr 2

Miriam & Ezra Elia: Das Tagebuch von Edward dem Hamster, 1990 – 1990

Die ganze Dramatik von Shakespeare, große Liebe, herbe Enttäuschungen und existenzielle Philosophie… alles in einem kleinen Buch, das ich euch hiermit wärmstens ans Herz lege.

Heute möchte ich eine Rezension über dieses wunderbare Büchlein schreiben, das mir gestern in die Hände fiel und mehr als ein hervorragendes Betthupferl wurde. (Anm. d. Red.: Und das in der Geschenkeabteilung, wo doch jeder weiß, dass die Literatur hier auf dem Boden des Niveaus kratzt. Es geschehen noch Wunder.)

Edward ist eine tragische Persönlichkeit. Eine Tragik, die ihn weiß Gott wohin geführt hat. Übrig geblieben ist auf jeden Fall nur sein Tagebuch, in dem wir nun das Vergnügen haben, zu schmökern.

Edward ist ein großer Denker und wie es so bei diesen Ego-Philosophen ist, setzen ihm Gitterstäbe, ob real oder metaphorisch, arg zu. So philosophiert, leidet, dramatisiert, verleugnet und euphorisiert Edward munter in seinem kurzen Leben und auf diesen wenigen Seiten. Und es ist ein ganz herausragendes Vergnügen ihm dabei zu folgen.

Edward ist ein Hamster, aber kein gewöhnlicher.

Neben seinen Tagebucheinträgen verblasst jeder ambitionierte Twitter-Philosoph. Genau genommen ist Edward Shakespeare in Kurzform, perfekt verdichtet. Ich muss zugeben, dass es schon lange kein Buch mehr geschafft hat, mich in so kurzer Zeit zu Lachen, Schmunzeln und Beileidsbekundungen zu bringen.

Edward ist … Read More »


Jonathan Safran Foer: Extrem laut und unglaublich nah

Posted on September 30th, by Frau Erdnussbutter in Amerikanische Literatur, Drama, Gegenwartsliteratur. 3 comments

Wer zwischendurch in ein leichtes Buch hineinschmökern möchte, sollte dieses schleunigst zuklappen und lieber Tommy Jaud lesen. Wer Tragik und Komödie recht undramatisch, aber wunderschön vereint verträgt, den Kopf auf Neues konzentrieren mag und Philosophie in ihrer schönsten Form liebt, loslesen.

Nun habe ich es endlich gelesen, mein (und auch sein) zweites Buch von Jonathan Safran Foer. Nach “Alles ist erleuchtet” machte ich mich auch wieder auf ein interessantes, brillantes Werk gefasst. Ich wurde nicht enttäuscht.

Auch diesmal verknüpft Foer eine gedankliche Reise mit einer tatsächlichen, physischen Suche, verflicht beides zu einem nachdenklichen, traurigschönen Wörterwerk.

Der Halbwaise Oskar ist auf der Suche. Ein Thema, das sich wie ein Faden durch das Buch und New York zieht. Zwischen all den Dingen, die sein Vater nach seinem Tod hinterließ, befand sich auch eine blaue Vase, in ihrem Inneren ein Schlüssel. Wohin dieser Schlüssel passt, möchte Oskar nun wissen. Und begibt sich auf die schier unmögliche Suche nach dem zugehörigen Schloss.

Einem Hinweis schließlich kann er folgen: Auf dem Briefumschlag, der den Schlüssel beherbergte, steht schlicht und einfach Black. 472 Blacks gibt es in New York und Oskar gedenkt, sie alle zu besuchen.

Er ist ein seltsames Kind. Nicht zuletzt, weil sich sein Vater zum schlechtesten Zeitpunkt im World … Read More »


Werner Lorke: BUNKERbiotop

Posted on Juli 2nd, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Fotografie, Sachbuch, Zweiter Weltkrieg. No Comments

Morbide und faszinierend zugleich. Ein erstaunlich echter Blick unter die Oberfläche von Stuttgart.

Manchmal komme ich in den unverhofften Genuss, auf ein Buch zu stoßen, das im ordinären Lesealltag nie meinen Weg gekreuzt hätte. So auch BUNKERbiotop aus dem Programm des kleinen Stuttgarter Verlags edition esefeld & traub, das unverhofft seinen Weg in meinen Briefkasten fand.

Darin geht es um Schimmel, ja, das Auge täuscht nicht, Schimmel. Dieser außerordentliche Protagonist hat sich an einer noch ungewöhnlicheren Stelle breitgemacht: unter den Füßen der vielbeschäftigten Stuttgarter, die tagtäglich über den städtischen Marktplatz huschen. Längst vergessen, liegt dort ein “Un-Ort”, wie es in BUNKERbiotop so schön beschrieben wird. Ein Bunker, in dem außer dem Schimmel, nur Tod und Verderben haust. Also gut, das klingt nun wirklich dramatisch, wir lauschen schließlich gerade keiner John-Sinclair-Kassette. Und doch, so spannend ist es tatsächlich trotzdem. Obwohl alles dort unten fernab jeder Zeitrechnung zu existieren scheint, findet eine stetige Veränderung durch den Schimmel statt. Irgendetwas lebt da unten.

Zwei selbsternannte Abenteurer, Architekt und Physiker/Fotograf ihres Zeichens, haben sich in die Untiefen aufgemacht und buchstäblich Licht ins Dunkle gebracht. Der erzählerische Streifgang begleitet mit Makro- und Großaufnahmen, durchbrochen von gut aufbereiteten Fakten in zwei Sprachen. So erfährt man, dass der Bunker nicht nur als … Read More »


Axel Brauns: Buntschatten und Fledermäuse

Posted on April 29th, by Frau Erdnussbutter in Biografie, Deutsche Literatur. 2 comments

Wolkenkrem und näpfchengute Wörter. Ein Buch voll Wortwunderlichkeiten über eine Welt, die in unserer liegt und ebenso gut Lichtjahre entfernt sein könnte.

In letzter Zeit bevölkerten meinen Nachttisch bevorzugt Bücher, die sich mit dem Menschen und seinem innersten Gewese auseinandersetzen. Mit psychischen Problemen, geistigen “Verrücktheiten” oder einfach anderen Wahrnehmungen der von uns als normal empfundenen Welt.

Manche davon werde ich rezensieren, manche nicht. Doch Axel Brauns Buntschatten und Fledermäuse ist eines der Bücher,  über die ich auf jeden Fall schreiben muss. Denn Axel bekleidet einen seltenen Rang. Er ist Autist und lässt uns an seiner Welt teilhaben – was per se fast nicht möglich scheint, denn Autisten zeichnet unter anderem aus, dass sie schwer darüber kommunizieren können, was in ihnen vorgeht. Doch Axel belehrt uns und seine Umgebung eines Besseren.

Seine Erzählung beginnt schon mit zwei Jahren, denn da “verloren die Menschen um ihn herum ihr Aussehen. Ihre Augen lösten sich in Luft auf. Nebel verschleierte ihre Gesichter. Die Stimmen verdunsteten. Meine Lippen ermüdeten. Kranke Wörter schleppten sich über meine Zunge. Die Silben verdorrten. Bald stammelte ich nur noch.”

Das Buch ist im Ganzen eine Aneinanderreihung von Erinnerungssplittern und in sich zusammenhängenden Szenen. Von seiner Kindheit bis zum Studium begleiten wir Axel auf seiner Reise durch ein ihm fremd bleibendes Universum.
Buntschatten und Fledermäuse sind … Read More »


Matt Ruff: Ich und die anderen

Posted on April 23rd, by Frau Erdnussbutter in Amerikanische Literatur, Gegenwartsliteratur, Psychologie, Rezension. 1 Comment

Ein wahrhaft komplexes Thema in einer leicht wirkenden Verpackung. Einfach zu lesen, spannend bis zur letzten Seite, aber auch nervenaufreibend und zwischendurch erschreckend tragisch.

Nach dem Umblättern der Schlussseite musste ich erst einmal innehalten. Ich und die anderen ist kein Buch, das sich so einfach verdauen lässt. Es kommt in einer leichten, abgeklärten Sprache daher, ist klar verständlich, auch die komplexen Personengeflechte sind schnell begriffen – doch der gewichtige Inhalt beschäftigt gerade durch sein leichtfüßiges Auftreten.

Man kennt es von Filmen wie “Identität” oder “A beautiful mind”, dass die Geschichte von hinten aufgezogen wird: Mehrere Charaktere teilen sich die Bühne, am Ende wird jedoch klar, dass sie zu ein und derselben Person gehören. Doch hier ist es genau umgekehrt. Die ersten Seiten stellen sofort klar: Ich bin ein Multipler, so bin ich es geworden und so gehe ich mit meinen verschiedenen Persönlichkeiten um.

Trotzdem mangelt es nicht an Spannung. Denn Andy auf seinem Weg zu begleiten, nach und nach seine Geschichte zu erfahren und seine verschiedenen Persönlichkeiten kennenzulernen, ist, wie schon der Klappentext verrät “ein irrer Trip durch die menschliche Psyche”.

Andys Kindheit birgt so schreckliche Erlebnisse, dass sein Geist an den Rand des Wahnsinns getrieben wurde – ein Vorgang, den er mit dem … Read More »


Rolf Dobelli: Die Kunst des klaren Denkens. 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen.

Posted on April 9th, by Frau Erdnussbutter in Allgemein, Deutsche Literatur, Psychologie, Rezension, Sachbuch. 2 comments

Altes und Neues, häppchenweise portioniert in 52 schlauen Kapiteln. Zum Immer-wieder-Lesen, sich selbst belächeln und ein Geschenk, mit dem man nichts falsch machen kann.

Über Denkfallen stolpern wir tagein, tagaus. Rolf Dobelli hat 52 typische Vertreter hiervon in einem Buch zusammengefasst, schön illustriert und bild- und beispielhaft beschrieben. Die Sprache ist knackig und prägnant, man weiß sofort, worauf Dobelli hinaus will und ertappt sich gelegentlich schon einmal dabei, wie man ihm beschämt recht gibt.

Wie das bei allen weisen Sachbüchern so ist, die voll guter Ratschläge sind, kann man sich auch hier nur einen Bruchteil merken. Doch eines macht dieses Buch ganz hervorragend: Es macht nachdenklich und schärft zumindest für eine Weile den Blick. Man fängt an, manche als intuitiv empfundene Handlung noch einmal zu überdenken – und siehe da, scheint etwas schlauer zu werden.

Über manche Denkfehler schüttelt man wiederum den Kopf, denkt sich, welch’ öde Plattitüde! Aber im Nachhinein steckt doch ein Wahrheitskern darin, das Buch kann nun einmal nichts dafür, dass es im ratgebertypischen Besserwissergewand daher kommt.

Was Dobellis Werk jedoch so sympathisch macht, ist, dass er zugibt, trotz der gesammelten Aufzeichnung der Denkfallen, selbst immer wieder hinenizutreten. Gerade durch die handliche Portionierung ideal für Bahnfahrten und Haltestellenwarterei. Kann ich mir … Read More »


Sylvain Mazas: Dieses Buch sollte mir gestatten, den Nah-Ost-Konflikt zu lösen, mein Diplom zu kriegen und eine Frau zu finden.

Posted on März 9th, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Gegenwartsliteratur, Lieblingsstücke, Rezension. 6 comments

Sylvains Ziele passen auf einen Buchdeckel, genauer gesagt, auf den Titel seiner Diplomarbeit. Unfassbar charmant beschreibt er den Nah-Ost-Konflikt in einfachen Worten und klugen Illustrationen.

Beim Stöbern in dem grandiosen Sortiment von Cohen+Dobernigg kam meine Leidenschaft für schöne Buchgestaltungen wieder zutage. Komischerweise lag ich damit bisher nur einmal falsch. Hier lag also dieser kleine schwarzweiße Band in fester Pappe, schon fast handgemacht. Ich war sofort hin und weg.

Sylvain schreibt seine Diplomarbeit im und über den Libanon und den Nah-Ost-Konflikt. Entstanden ist dabei etwas ganz Besonderes. Ein Buch, das informiert, nachdenklich macht, dabei trotzdem regelrecht witzig ist und galant in eine uns fremde, doch plötzlich liebenswerte Kultur entführt.

Dabei beschreibt er wirklich alles, was ihm passiert: Interessante Begegnungen mit anderen Menschen flankieren die große Betrachtung des Nah-Ost-Konflikts, des Glück des Menschen und anderer Sinnsucherfragen.

Wenn man dieses einfache Buch in der Hand hält, fragt man sich: Warum werden woanders große Reden geschwungen, wenn es doch so einfach geht? Gezielt, mit sehr spitzer Feder regt Sylvain die Gedanken an. Ob mit Gedankendiagrammen oder einem Faltplan zum Glücklich sein.

Der besonders weise Satz
“Zum Thema Demokratie gibt es ganz viel zu sagen und bevor ich zu viel Quatsch erzähle, sollte ich erst Platon lesen.”

Es gibt so viele Menschen, die meinen, das beste Geschenk … Read More »


Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger. Life of Pi.

Posted on März 5th, by Frau Erdnussbutter in Abenteuer, Amerikanische Literatur, Rezension. No Comments

Grausam und gewitzt zugleich. Ein Buch, das man nicht eher aus der Hand legt, als bis man die letzte Seite erreicht hat.

Was schreibt man zu einem Buch, das gerade erst kürzlich durch seine Verfilmung die Kinokassen erbeben ließ und in allen Medien bereits von allen Seiten beäugt wurde? Zuerst einmal muss ich wohl ein Geständnis loswerden: Ja, ich habe das Buch erst nach dem Film gelesen. Und, ja, ich hatte zuvor nicht einmal den Hauch einer Ahnung von seiner Existenz.

In den Film musste ich fast gezerrt werden, denn der (völlig falsch inszenierte) Trailer hatte in mir böse Zweifel geschürt, einem Bollywoodklischeestück aufzulaufen, voller Airbrush-Technik und Fantasiegestalten, die sich halluzinogen am nächtlichen Ozeanhimmel auftürmen. Doch dann war ich angenehm überrascht, von einem amelieartigen Auftakt, einer spannenden Geschichte und einer interessanten Moral. So sehr, dass ich unbedingt das Buch lesen wollte.

Piscine nennt sich kurz Pi. Dieses “nennt sich” ist nicht eine Floskel, sondern bitterer Ernst – rezitiert er doch bei jeder Kassenvorstellung unendliche viele Nachkommastellen derselbigen Zahl, um seinen Mitschülern die Kurzform einzuhämmern. So klar die Vorstellungen von seiner Namensgebung sind, für eine Religion mag sich Pi nicht entscheiden. So ist er praktizierender Moslem, Buddhist und Christ und zieht aus allen Glaubensrichtungen … Read More »


Terry Pratchett: Helle Barden

Posted on März 2nd, by Frau Erdnussbutter in Englische Literatur, Fantasy, Rezension. 5 comments

Ein echter Fantasy-Science-Fiction-man-kann-es-nicht-in-Worte-fassen-Leckerbissen. Mehr davon!

Oh, ich möchte eine Ode schreiben. An den Fantasybarden Terry Pratchett, in dessen Welt ich endlich erfolgreich eingetaucht bin. Was mir schon seit Jahren (wenn nicht schon Jahrzehnten prophezeit wurde), ist nun endlich eingetreten: Ich kann nicht aufhören, die Scheibenwelt weiter lesend zu erforschen.

Von einem, wie er sich selbst nennt, “Terry-Pratchett-Evangelisten” wurden mir zwei Bände für den Einstieg ans Herz gelegt: Helle Barden und die Nachtwächter.

Wie jeder Pratchettfreund weiß (entschuldigt, ich bin ja ganz neu in eurer Mitte), spinnt sich die Geschichte der Scheibenwelt und Ankh-Morpork immer um unterschiedliche Hauptfiguren. Mal sind es die Zauberer, die Hexen, der Tod selbst, der aufspielt, oder eben, wie in diesem Fall, die Stadtwache. Den Wächtern voran steht Samuel Mumm, der sich zusammen mit der furios-kuriosen Geschichte Ankh-Morporks von der untersten Gesellschaftsschicht bis ganz nach oben entwickelt.

In Helle Barden steht Mumm schon kurz vor der ehrenvollen Entlassung aus der Stadtwache, man begegnet ihm schon recht weit oben in der Karriereleiter aus dem Geschlämme der Unstadt heraus (Anm.d.Eva: Ich bin schon heiß gespannt darauf, weiter in seiner dunklen Vergangenheit zu graben…).

Doch bevor er schweren Herzens seine Dienstmarke abtritt, überstürzen sich die Geschehnisse in Ankh-Morpork. Es geschehen echte Morde. Was wenig verwunderlich klingen … Read More »


Agnès de Lestrade, Valeria Docampo: Die große Wörterfabrik

Posted on Februar 25th, by Frau Erdnussbutter in Kinderbuch, Rezension. 1 Comment

Ein altersloses Bilderbuch, das im Kleinen keine großen Worte, doch umso mehr Eindruck macht.

Das Lesen mancher Bücher dauert nur wenige Minuten und doch hinterlassen sie einen bleibenden Nachklang. Manchmal mehr, als wenn man tausende von Seiten durchschmökern würde.

Auf den ersten Blick ist Die große Wörterfabrik ein liebevoll illustriertes Bilderbuch, auf den zweiten ein Pamphlet gegen die sinnlose Verschwendung der Sprache.

Es erzählt von einem Land, in dem wenig gesprochen wird. Denn die Wörter müssen erst gekauft und sorgfältig verspeist werden, um sie aussprechen zu können.

Subtil vermittelt das Buch, dass schlechte Ausdrucksweisen förmlich auf der Straße (oder ganz bildlich im Müll) liegen, und einem gedankenlose Wörter im Sonderverkauf nachgeschmissen werden. Die echten Schätze liegen jedoch im Verborgenen oder sind nur für teures Geld erwerbbar.

Eine These, die wiederum nachdenklich macht, denn nicht die Quantität macht die Schönheit der Sprache aus, sondern die Qualität. Der vorsichtige Umgang mit großen Wörtern. So ist auch der gedankenlose Überfluss sprichwörtlich für die „Tonne“.

Darauf läuft auch die kleine Geschichte hinaus: Der Junge Paul möchte der hübschen Marie sein Herz in Worten schenken, doch das würde ihn eine Vermögen kosten. Zumal schon die vermögende Konkurrenz lauert, Oskar, Sohn reicher Eltern. Er überhäuft Marie mit schönen Plattitüden. Doch sie … Read More »


Rosemarie Eichinger: Alles dreht sich

Posted on Februar 22nd, by Frau Erdnussbutter in Jugendbuch, Rezension. No Comments

Auf den ersten Blick ein Buch über Krebs. Doch dann ist da noch viel mehr. Tatsächlich nicht nur für Jugendliche.

Heute war für Rosemarie Eichinger sicherlich ein großer Tag. Der Tag, an dem ihr Buch zum ersten Mal gedruckt, in seiner haptisch schönsten Form, den Olymp des Autors erklomm: das Buchregal.

Schon vor ein paar Wochen durfte ich das fertige Werk zum ersten Mal in den Händen halten und muss zugeben, dass ich Zweifel hatte. Zweifel, ob ich wirklich noch im Jugendbuchalter bin. Oder ob ich deswegen überhaupt noch dazu fähig wäre, eine gerechte Kritik zu schreiben (und das, obwohl ich noch keine einzige Zeile gelesen hatte – tja, dumm, der Mensch).

Denn ich habe echten Respekt vor Jugendbuchautoren. Obwohl ich eigentlich objektiv noch weiß, was mich in diesen bewegten Jahren schwer beschäftigte und worüber ich mich alle naselang aufregen konnte – das Gefühl dafür ist jedoch unwiderbringlich verloren. Ehrlich gesagt bin ich sogar gottfroh darüber, den turbulenten Hormonzirkus endlich überwunden zu haben.

Darum gilt umso mehr: Wer sich in Jugendherzen schreibt und dabei auch noch Erwachsene anrührt, die zwar eine andere Sprache sprechen, aber durchaus noch die richtigen Saiten in sich tragen, die nur angeschlagen werden müssen – der kann was.*

So also, mit … Read More »


Michael Stackpole: Das verlorene Land

Posted on Februar 16th, by Frau Erdnussbutter in Amerikanische Literatur, Fantasy, Rezension. No Comments

Ein langsamer Auftakt, eine ewige Ouvertüre in der weiten Fantasywelt. Für echte Fans bestimmt ein Genuss, für alle anderen ein Versuch.

Diese Rezension fällt mir nicht leicht. Stackpole wurde mir von einem bekennenden Fantasyfreund ans Herz gelegt und ich hatte dementsprechend große Erwartungen. Doch leider, und das muss ich vorweg nehmen, hat mich die halbe Trilogie nicht gefesselt.
Warum halb? Die Saga um das verlorene Land erstreckt sich über drei Bücher. Andere Rezensionen dichteten dem erzählerisch langgezogenen ersten Band einen fulminanten Cliffhanger an - und dem war auch so. Danach sollte sich die Trilogie so richtig entfalten und an Fahrt gewinnen. Euphorisch habe ich mir dann auch die beiden Folgebände zugelegt.

Doch erst nach ein paar gequälten hundert Seiten merkte ich, dass nicht eine plötzlich auftretenden Leseunlust an meinem abbremsenden Lesetempo schuld war, sondern schlichtweg der Inhalt, der mich nicht zu packen vermochte.

Schweren Herzens habe ich mich dann aus dem zweiten Teil verabschiedet (ich komme mir dabei immer wie ein absoluter Verräter vor) und beschlossen, in andere Buchstabenwelten einzutauchen. Hat übrigens wunderbar funktioniert, also nichts mit Lesefrust.

Seltsam ist diesmal, dass ich das Buch so einfach nicht verteufeln kann. Die Sprache schwebt zwischen solide bis schön, was man ja den meisten Fantasywerken eben nicht zuschreiben kann. Auch … Read More »