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Kressmann Taylor: Adressat unbekannt

Posted on Mai 23rd, by Frau Erdnussbutter in Briefroman, Deutsche Literatur, Lieblingsstücke, Rezension, Zweiter Weltkrieg. No Comments

Kurz, schmerzhaft, erschütternd. Ein halbfiktiver Briefroman, der hauptsächlich zwischen den Zeilen geschrieben ist.

Dieses Büchlein wurde mir als weiterer Auswuchs der Bücherschenkaktion zum Tag des Buches in die Hand gedrückt – ich in absoluter Unkenntnis über Autorin und Titel und dementsprechend unvorbereitet auf das Kommende. Wie ich wusste, waren ein Großteil der anderen Exemplare an eine Schulklasse gegangen und das gab mir schon zu denken. Welches Buch aus dem Jahr 1938 kann Schüler von heute in den Bann ziehen – ohne dass der Lehrer mit einer das Halbjahreszeugnis gefährlich beeinflussenden Texterörterung droht?

Doch kaum hatte ich die ersten Seiten angelesen, ließ mich dieses schmale Bändchen nicht mehr los. Schlag auf Schlag folgt ein Brief auf den anderen, zwischen zwei Freunden, einem amerikanischen Juden und einem Deutschen, der gerade erst in seine Heimat zurückgekehrt ist.
Der anfänglich herzliche Ton der Freundschaft schlägt bald um, im Schatten von Hitlers Machtergreifung. Die beiden, die zuvor noch gemeinsam eine erfolgreiche Galerie in den USA betrieben hatten, wechseln bald auf eine andere Ebene, selbst in den geschäftlichen Briefwechseln klingt eine Nuance hindurch, die zutiefst erschüttert.
Martin, zuerst noch völlig frei von allen antisemitischen Gedanken wechselt erschreckend schnell das Politlager. Er versucht zunächst noch seine Ressentiments Max gegenüber zu entschuldigen, … Read More »