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Tag: Muriel Barbery

Muriel Barbery: Die letzte Delikatesse

Posted on Mai 24th, by Frau Erdnussbutter in Französische Literatur, Philosophie, Poesie, Rezension. 1 Comment

Das Leben in all seinen leckeren Facetten. Vor allem für Gourmets eine kleine Köstlichkeit.

Nun habe ich mich auch an Barberys Debütroman gewagt und traf wieder auf einige alte Bekannte aus Die Eleganz des Igels.

Hochphilosophisch beschäftigt sich die Autorin auch diesmal mit dem Protagonisten, hier einem sterbenden Restaurantkritiker, dem verblassenden Mega-Stern am Pariser Gourmethimmel. Es trieft vor philosophisch schweren Gedanken, wechselnd zart und zäher Geschmackspoesie.

Er selber ist auf der Suche nach dem einzig wahren Geschmack, der letzten Delikatesse, die sich doch irgendwo im Fundus seiner jahrzehntelangen Erfahrungen finden muss. Worin gipfelt seine ewige Suche? In seiner Verzweiflung ist es das letzte, das ihn noch vom Sterben abhält. Eigentlich ein sehr schöner Gedanke.

Auch charmant ist die wechselnde Betrachtung, die Barbery in ihrem Folgeroman beibehält. Es erzählen immer wieder andere von dem sterbenden Gourmet. Seine Kinder, seine verschmähte Frau, seine unerfüllte Geliebte. Die zwiegespaltene Concierge, der träge Kater. Und jeder einzelne hat ein anderes Bild von ihm, das sich am Ende zu einem ganzen zusammenfügt.

Der besondere Satz:

“Er hört mir mit großer Aufmerksamkeit zu, und ich entdecke an ihm diese bei den Machtmenschen seltene Gabe, die einen erkennen läßt, wann die Parade aufhört, die Konversation, bei der jeder nur sein Gebiet markiert und seine … Read More »


Muriel Barbery: Die Eleganz des Igels

Posted on April 18th, by Frau Erdnussbutter in Französische Literatur, Philosophie, Poesie, Rezension. 1 Comment

Ein berührendes Buch: Paris und Japan treffen aufeinander, Feingeist auf Bourgeoisie. Eine Concierge, die ihren Intellekt zu verstecken sucht und ein 12-jähriges Mädchen, zum Selbstmord entschlossen, weil sie sich ihrem vorgeschriebenen Schicksal nicht ergeben will.

Zunächst einmal, darf ich vorstellen, noch ein kleines, feines Sahnehäubchen für meinen Blog, der besondere Satz. In jedem Buch gibt es ihn, diesen einen Satz, der zwischen Anfang und Punkt die Essenz des Ganzen enthält. Sei es noch so furchtbar und unlesbar (dann ist es eben ein besonders schlechter Satz). Daher werde ich euch in Zukunft dieses Kleinod nicht vorenthalten.

Und gleich vornweg: der Vorführeffekt. Schon lange habe ich nicht mehr so viele Eselsohren produziert wie bei Der Eleganz des Igels. Daher mein Dilemma, für einen einzigen Satz konnte ich mich schlussendlich nicht entscheiden.

Der besondere Satz, Nummer 1: 

“Von einem, der auszog, einer neckischen Anprobesitzung von schicken Dessous beizuwohnen, und der auf Feindesgebiet landet, mit dreißig Weibern in Trance, die ihm auf den Füßen herumtrampeln und ihm vernichtende Blicke zuwerfen, wo auch immer er seinen sperrigen Männerkorpus abzustellen versucht.”

Witzig? Skurril. Ein besonders langer, besonders verschlungener und spitzer Satz, der bissig die Pariser Oberklasse kommentiert.

Soweit zum Igel und nun zur Eleganz.

Der besondere Satz, Nummer 2:

“Ich habe so … Read More »