#nowreading Jonathan Safran Foer: Tiere essen

Tag: Social Media

Du bist jetzt Mayor von Wunderland.

Posted on März 3rd, by Frau Erdnussbutter in Allgemein, Digitale Welt, Globetrotten. 2 comments

Das schnellste und günstigste Reisemittel sind wohl Bücher. Die Nase reinstecken, ein paar Seiten umblättern und schon befindet man sich mitten in Hogwarts. Oder im Schrank nach Narnia. Wie sonst kommt man in Sekundenschnelle nach Sin City?

Jetzt rücken diese wunderschönen, fantastischen Orte in greifbare Nähe. Ok, zumindest in virtuelle Nähe. Mit der Imaginaria App kann man sich überall dort einchecken, wo man sich gerade hineinliest. Leider gibt es das gute Stück bislang nur für Apple – shame on you, Android! Schönerweise sammelt man mit jedem Check-in Rabattpunkte, die man im Buchladen Livraria da Vila wiederum für echte, anfassbare Bücher ausgeben kann. Das ist mal eine On-Offline-Verbindung, die mir wirklich gefällt.

Sobald ich mich der App bemächtigen kann, bin ich nicht mehr von dieser Welt, das ist sowas von sicher. Ich bin dann mal weg.

Imaginaria – Check-in at Imaginary Places from RubensAngelo on Vimeo.


Paul Bokowski: Hauptsache nichts mit Menschen

Posted on September 6th, by Frau Erdnussbutter in Deutsche Literatur, Gegenwartsliteratur, Rezension. No Comments

Die ganz gewöhnliche Berliner Woche eines polnischen Auswandererzöglings – portioniert in handlichen Glossen.

Paul Bokowski, der seinem früheren Ich niemals seinen Beruf erklären könnte (Lesebühnenautor und Vorleser), beglückt jetzt auch Selbstleser mit Geschichten aus seinem furiosen Alltag in der Hipsterhauptstadt.

Manche Witzelei ist aufgrund der Lokalität vielleicht nur Berlinern geläufig, trotzdem hat mich der gute Mann öfter zum Schmunzeln und ein paar Mal sogar zu herzhaftem Lachen gebracht.

Ob tiefsinnige Gespräche mit seiner Nachbarin Frau Brohm, der verzweifelte Versuch, seinen geliebten Wedding vor geiernden Hipstern zu bewahren, die danach trachten, dort Wellnessbäckereien und Yogazentren zu unterrichten – langweilig wird einem bei diesem Büchlein so schnell nicht (dazu ist es aber auch zu kurz).

Rhetorische Spitzfindigkeiten über Lärmbelästigung im Halbschlaf treffen auf die Eigenheiten der Ostblockerziehung (die auch ich erleiden durfte, daher: alle Sympathiepunkte für Sie, Herr Bokowski!).

Das ist bei polnischstämmigen Menschen wie mir so eine Art Pawlow´scher Reflex. Immer wenn man als Pole in eine lebensgefährliche Situation kommt, verspürt man den tiefen innerlichen Drang, sich erst mal frische Unterwäsche anzuziehen.

Gewiefte Verzögerungstaktiken von Abgabeterminen, Verwirrung über die Internetkompetenz der eigenen Eltern oder rhetorische Abschiedsbriefe und Nachrufe – der Mann gibt sich beim Glosseschreiben nicht lumpen. Auch gut: die empirische Auswertung des menschlichen Sexualverhaltens anhand von … Read More »