Pierre Christin & Jean-Claude Mézières: Valerian & Veronique

Als Star Wars noch in den Sternen stand.

Fast ein Jahrzehnt bevor George Lucas Science Fiction neu erfand, gab es schon andere, die goldene Bikinis trugen und verschrumpelte Köpfe unter Masken entlarvten. Die Rede ist von Valerian und Veronique, den beiden Zeitagenten, die sich durch zwei Jahrtausende und 21 Bände schlagen.

Ich frage mich ernsthaft, wie ich mich als Kind durch die halbe Stadtbibliothek gelesen haben konnte, und dabei nie dem galaktischen Gangsterpärchen begegnet bin. Valerian und Veronique sind zwei typische Antihelden-Helden. Sie bestechen durch ihren Siebziger-Jahre-Humor und die smarte Unverfrorenheit, mit der sie den größten Herausforderungen unserer und anderer Galaxien begegnen. Und dabei immer verdammt gut aussehen, wenn sie am Ende immer gemeinsam der Supernova entgegen reiten. Ein Schelm, wer dabei an Lucky Luke oder andere Größen der Bildwelt denkt.

 

 

Doch die beiden Bonnie & Clyde-Verschnitte (wer war eigentlich zuerst da) können es locker mit ihnen aufnehmen. Die beiden, die sich in einer Zeit vor der unseren über den Weg laufen, sind erfolgreiche und gewitzte Raum-Zeit-Agenten, die, wie es der Name schon sagt, Schurken durch Raum und Zeit jagen. Großartig.

Wir machen noch einen kleinen Abstecher, bevor wir ins 28. Jahrhundert zurückkehren.

Das ganz Werk strotzt so vor Fantasie, als wäre sie damit eben erst erfunden worden. Artfremde Welten, atemberaubende Architektur und kuriose Galaxiebevölkerungen. Poppig, disko-dynamisch bunt und unverhohlen plakativ. Das stolze Alter von gut 50 Jahren merkt man ihm auf jeden Fall nicht an. Gerade inhaltlich entspinnen sich Geschichten, die noch gut heute gelten können. Und „Valerian & Veronique“ bringt mehr Geschichte und Kultur in dem Genre unter als man es sonst in einer eher futuristisch nüchtern blinkenden Welt gewohnt ist.

 

 

 

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, hat hier bestimmt schon die Verknüpfung zu dem Weltraumspektakel Valerian gezogen. Dafür hat sich Luc Besson gleich aus mehreren Bänden bedient -einer davon findet sich im ersten Sammelband, um den es hier geht.

Irrtümlicherweise stellt der Film Valerian in den Vordergrund, obwohl Veronique-Laureline-Cara durch ihre starke Persönlichkeit glänzt und mit viel Witz und Eigensinn den kleinen Chauvi fortlaufend aus der Bredouille zieht. Laureline im Original, Veronique in der deutschen Übersetzung. Nein, ich weiß nicht warum. Nichtsdestotrotz bin ich auf jeden Fall froh, dass sich der französische Altmeister wieder erneut in sein Element gewagt hat. Irrsinnig bunt, intensiv, episch. Splashcomic eben. Und warum man sich den unbedingt anschauen sollte, steht sehr eloquent und unterhaltsam hier.

 

 

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